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100 Euro Goldmünze "Die Judenbuche" 2026
Mit der 100 Euro Goldmünze "Die Judenbuche" 2026 setzt die Bundesrepublik Deutschland die Serie "Meisterwerke der deutschen Literatur" fort. Die vierte Ausgabe der Serie widmet sich der gleichnamigen Novelle von Annette von Droste-Hülshoff.
Im Mittelpunkt steht dabei das literarische Werk und seine Bedeutung für die deutsche Kultur. Die Münze wird in der Ausführung Stempelglanz aus Feingold mit einem Feingehalt von 999,9/1000 geprägt. Sie stammt aus den fünf staatlichen Münzprägestätten Deutschlands in Berlin, München, Stuttgart, Karlsruhe und Hamburg.
Daten der Stückelung
| Nennwert | Gewicht | Feingewicht | Durchmesser | Auflage | Designer |
|---|---|---|---|---|---|
| 100 Euro | 15,55g | 1/2oz | 28mm | 43.100 Stück | Martin Dašek |
Das Motiv 2026
Die von Martin Dašek gestaltete Motivseite zeigt eine Buche als zentrales Element. Ihre ausladende Krone erstreckt sich über die obere Hälfte der Münze. Von links nähert sich eine menschliche Figur mit Hut und Stab dem Baum und greift damit ein wichtiges Motiv der Erzählung auf.
Der Untergrund wird durch handschriftliche Zeilen Annette von Droste-Hülshoffs gestaltet. So verbindet der Entwurf die dargestellte Landschaft unmittelbar mit dem Text der Novelle. Am oberen Münzrand steht der Titel "DIE JUDENBUCHE", während der Name "ANNETTE VON DROSTE-HÜLSHOFF" die Darstellung am unteren Bildrand abschließt.
Die Wertseite zeigt den Bundesadler, ergänzt durch den Schriftzug "BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND", den Nennwert "100 EURO", die Jahreszahl 2026, die zwölf Europasterne und das jeweilige Münzzeichen. Der geriffelte Münzrand vervollständigt die Gestaltung.
Die Ausgabe verfügt außerdem über eine AuVerIn-Reliefsignatur. Diese nahezu unsichtbare Codierung ist in das Münzrelief integriert und lässt sich mit einer Smartphone-App auslesen. Sie ermöglicht den Zugriff auf ein digitales Echtheitszertifikat und zusätzliche Online-Inhalte.
Die Judenbuche
"Die Judenbuche" erschien erstmals 1842 und gehört zu den bekanntesten Werken Annette von Droste-Hülshoffs. Die Novelle spielt im ländlichen Westfalen des 18. Jahrhunderts und verbindet eine Kriminalgeschichte mit der Darstellung einer von Armut, Gewalt und gesellschaftlichen Vorurteilen geprägten Dorfgemeinschaft.
Im Mittelpunkt steht Friedrich Mergel, dessen Entwicklung durch schwierige Familienverhältnisse und den Einfluss seines Onkels Simon bestimmt wird. Sein Wunsch nach Anerkennung führt ihn zunehmend in ein Umfeld zweifelhafter Geschäfte. Als der jüdische Händler Aaron nahe einer Buche erschlagen aufgefunden wird, gerät Friedrich unter Mordverdacht und flieht gemeinsam mit Johannes Niemand.
Die Buche wird zum Erinnerungsort an das Verbrechen. Eine in ihren Stamm eingeritzte hebräische Inschrift verbindet den Schauplatz mit der Frage nach Schuld und Vergeltung. Jahrzehnte später kehrt ein Mann zurück, der sich als Johannes Niemand ausgibt. Sein Schicksal führt ihn erneut zu jenem Baum, der der Novelle ihren Namen gibt.
Droste-Hülshoffs Erzählung wirft Fragen nach Recht und Unrecht, persönlicher Verantwortung und gesellschaftlicher Ausgrenzung auf.