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100 Euro Goldmünze "Der zerbrochene Krug" 2024
Mit der 100 Euro Goldmünze "Der zerbrochene Krug" wird die staatliche deutsche Goldmünzserie "Meisterwerke der deutschen Literatur" fortgeführt.
Nach dem Auftakt mit Goethes "Faust" rückt die zweite Ausgabe der Reihe mit Heinrich von Kleists berühmter Komödie ein Werk in den Mittelpunkt, das die deutsche Literatur auf ganz andere Weise geprägt hat. Die Münzen wurden in der Ausführung Stempelglanz aus Feingold (999,9 zu Tausend Anteilen) in den staatlichen Prägestätten Deutschlands geprägt.
Daten der Stückelung
| Nennwert | Gewicht | Feingewicht | Durchmesser | Stärke | Auflage | Designer |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 100 Euro | 15,55g | 1/2oz | 28mm | 1,65mm | 90.000 Stück | Bodo Broschat |
Motiv der zweiten Ausgabe
Die Bildseite der Münze greift zentrale Figuren und Motive aus Kleists Drama auf und übersetzt sie in eine bildhafte Komposition. Im Mittelpunkt steht der Dorfrichter Adam, dessen Gesichtsausdruck bereits Schuld, Verschlagenheit und moralischen Verfall andeutet. Ergänzt wird die Darstellung durch weitere Figuren des Stücks, darunter Eve, deren Blickführung und Haltung die Spannung zwischen Wahrheit und Täuschung sichtbar machen.
Der titelgebende zerbrochene Krug erscheint als zentrales Symbol des Geschehens – nicht nur als beschädigter Alltagsgegenstand, sondern als Sinnbild für zerbrochenes Recht, missbrauchte Macht und verlorene Unschuld. Durch differenzierte Oberflächenstrukturen hebt sich das Figurenensemble deutlich vom Hintergrund ab und verleiht der Szene Tiefe.
Die Gegenseite der Münze zeigt im Zentrum den Bundesadler der Bundesrepublik Deutschland. Er wird ergänzt durch den Nennwert "100 EURO", das Ausgabeland Bundesrepublik Deutschland sowie das Ausgabejahr 2024.
Inhalt der Komödie "Der zerbrochene Krug"
Heinrich von Kleists "Der zerbrochene Krug" gehört zu den bedeutendsten Lustspielen der deutschen Literatur und entfaltet seine Wirkung aus der Verbindung von Komik, psychologischer Genauigkeit und scharfer Gesellschaftskritik. Ausgangspunkt ist ein scheinbar harmloser Rechtsstreit. In der Kammer der jungen Eve ist ein wertvoller Krug zerbrochen worden. Dorfrichter Adam soll den Fall untersuchen und über Schuld und Unschuld befinden. Bereits zu Beginn wird jedoch deutlich, dass Adam selbst verwundet und auffällig nervös ist – erste Hinweise darauf, dass er mehr mit dem Geschehen zu tun haben könnte, als er vorgibt.
Im Verlauf der Gerichtsverhandlung entwickelt sich ein vielschichtiges Verwirrspiel aus Lügen, Halbwahrheiten und gezielter Täuschung. Adam missbraucht seine richterliche Autorität, um den Verdacht von sich abzulenken und die Verantwortung auf andere abzuwälzen. Unterstützt wird er dabei zunächst von seinem Schreiber Licht, dessen Loyalität jedoch zunehmend ins Wanken gerät. Parallel dazu drängen die Aussagen der Beteiligten – insbesondere die der verunsicherten Eve – Schritt für Schritt an die Oberfläche der Wahrheit.
Zunehmend wird sichtbar, dass der zerbrochene Krug weit mehr ist als ein beschädigter Haushaltsgegenstand. Er steht sinnbildlich für den Zerfall von Recht und Moral, für den Missbrauch öffentlicher Macht und für die Verletzung persönlicher Integrität. Während Adam verzweifelt versucht, seine Stellung zu retten, entlarvt das Verfahren ihn selbst als Täter und entkräftet seine richterliche Autorität. Kleist zeichnet mit feiner Ironie ein zeitloses Bild menschlicher Schwächen und institutioneller Fragilität. Der zerbrochene Krug zeigt, wie leicht Rechtsprechung zur Farce wird, wenn persönliche Interessen über Verantwortung und Wahrheit gestellt werden.