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100 Euro Goldmünze "Faust" 2023

Mit der 100 Euro Goldmünze "Faust" 2023 beginnt eine neue deutsche Münzserie, die ab 2023 bis 2030 jährlich herausgegeben wird und unter dem Titel "Meisterwerke der deutschen Literatur" steht.

Im Zentrum dieser Eurogoldmünzen-Serie steht nicht primär der Autor, sondern stets das jeweilige literarische Werk selbst – ein Konzept, das die kulturelle Bedeutung deutscher Literatur in den Fokus rückt und numismatisch interpretiert.

Die Gedenkmünzen 2022 wurden in der Ausführung Stempelglanz aus Feingold (999,9/1000) geprägt und besitzen ein Feingewicht von 15,55g (demnach 1/2oz) bei einem Durchmesser von 28mm. Ausgegeben wurden sie in passenden Verpackungen zusammen mit einem papiernen Zertifikat.

Daten der Stückelung

Nennwert Gewicht Feingewicht Durchmesser Stärke Auflage Designer
100 Euro 15,55g 1/2oz 28mm 1,65mm 86.000 Stück Michael Otto

Motiv mit Bezug zu Goethes "Faust"

Die Bildseite zeigt in einer doppelköpfigen Anordnung die beiden Hauptfiguren aus Goethes Drama "Faust": Faust und Mephisto. Zwischen beiden Köpfen zieht sich eine Feder als literarisches Symbol – sie steht einerseits für das geschriebene Wort, andererseits symbolisiert sie indirekt den berühmten Pakt zwischen Faust und dem Teufel. Am Rand erscheint das Profil Gretchens, weniger detailliert, jedoch dem Faust zugewandt, was die zentrale Beziehung des Dramas subtil betont. Die Figuren heben sich durch eine unterschiedliche Oberflächenbehandlung vom Hintergrund ab und verleihen der Darstellung Tiefe und Dynamik.

Im Zentrum der Kehrseite steht der Bundesadler der Bundesrepublik Deutschland, kraftvoll und würdevoll dargestellt, als Symbol staatlicher Souveränität und historischer Kontinuität. Ergänzt wird das Motiv durch den Nennwert "100 EURO", das Ausgabeland Bundesrepublik Deutschland sowie das Ausgabejahr 2023.

Inhalt von Goethes Drama "Faust"

Goethes Faust zählt zu den zentralen Werken der Weltliteratur. In dem Drama ringt der Gelehrte Heinrich Faust mit universellen Fragen nach Sinn, Erkenntnis, moralischer Verantwortung und existenzieller Erfüllung. Sein teuflischer Bund mit Mephistopheles wird zur Metapher für den inneren Konflikt zwischen Streben und Gewissen, zwischen intellektueller Neugier und ethischer Bindung. Getrieben von der Sehnsucht nach absoluter Wahrheit und erfülltem Leben schließt er einen Pakt mit Mephistopheles, dem personifizierten Zweifel und Spötter göttlicher Ordnung. Faust verpflichtet sich, seine Seele zu verlieren, sobald er einen Moment vollkommenen Glücks erlebt und ihn festhalten möchte.

Im Verlauf des Dramas wird Faust aus seiner intellektuellen Isolation herausgeführt und erlebt das Leben in all seinen Extremen. Die tragische Beziehung zu Margarete (Gretchen) bildet den emotionalen Kern des ersten Teils. Gretchen, unschuldig und tief religiös, wird durch Fausts Begehren und Mephistos Intrigen in Schuld, soziale Ächtung und letztlich in den Wahnsinn getrieben. Während Faust weiterzieht, bleibt sie zurück – verurteilt, innerlich jedoch geläutert und am Ende "gerettet".

Der zweite Teil des Faust erweitert die Handlung ins Mythische, Politische und Allegorische. Faust wird zum rastlosen Gestalter der Welt, strebt nach Macht, Ordnung und Schöpfung, bis er schließlich in der Vision einer freien, selbstbestimmten Menschheit seinen höchsten Augenblick erahnt. Gerade in diesem Streben – nicht im Besitz – liegt seine Erlösung.

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