Gold vs. Silber – Welches Edelmetall lohnt sich mehr zum Investieren?
Beim Thema Edelmetall-Investment stellen sich viele Anleger die Frage: Gold oder Silber – was ist die bessere Wahl zur Anlage?
Beide Edelmetalle haben ihre besonderen Eigenschaften, unterschiedliche Vorkommen und variierende Preise. Hier erfahren Sie alles Wichtige zum Vergleich von Gold vs. Silber, damit Sie eine fundierte Entscheidung für Ihre Wertanlage treffen können.
Vorkommen & Verfügbarkeit: So viel Gold und Silber gibt es auf der Welt
Bisher wurden weltweit etwa 190.000 Tonnen Gold gefördert. Das klingt nach einer großen Menge, ist aber relativ überschaubar und entspricht in etwa einem Würfel mit 20 Metern Kantenlänge. Das meiste Gold ist heute noch im Umlauf, denn es wird seit jeher recycelt – von alten Schmuckstücken bis zu Münzen wird Gold immer wieder eingeschmolzen und neu verarbeitet.
Silber hingegen wurde insgesamt rund 1,7 Millionen Tonnen abgebaut – also über 9-mal mehr als Gold. Allerdings ist von dem geförderten Silber heute nur etwa die Hälfte noch als Edelmetall vorhanden. Denn Silber wurde in der Vergangenheit weniger konsequent recycelt, weil es deutlich günstiger war und im Alltag häufiger sozusagen verloren ging.
Gold-Silber-Ratio – Das historische Verhältnis des Goldpreises zum Silberpreis
Schon seit Jahrhunderten prägt das sogenannte Gold-Silber-Ratio den Markt – also das Verhältnis von Goldpreis zu Silberpreis. Historisch lag dieses Verhältnis meist bei 1:10 bis 1:20.
Früher entsprach also eine 20-Dollar-Goldmünze etwa 30 Gramm Gold, während eine 1-Dollar-Silbermünze rund 24 Gramm Silber enthielt. Damit lag das Preisverhältnis klar in einem Bereich von etwa 1:16.
Heute hat sich das Verhältnis deutlich verändert. Das Gold-Silber-Ratio liegt aktuell bei ca. 1:50, war zeitweise aber auch lange bei 1:90 und sogar 1:100. Das bedeutet, dass Gold im Vergleich zu Silber historisch betrachtet sehr teuer ist – und viele Experten sehen darin ein Indiz dafür, dass Silber unterbewertet ist.
Volumen & Lagerung von Gold und Silber: Was bedeutet das für Anleger?
Gold hat ein wesentlich höheres spezifisches Gewicht und einen deutlich höheren Wert pro Gramm als Silber.
Für Anleger bedeutet das: Für dieselbe Investitionssumme erhalten Sie viel mehr Volumen und Gewicht in Silber als in Gold. Einfach gesagt, Silber bietet bei gleichem Betrag eine größere Menge an physischem Metall.
Industrielle Nachfrage und Zukunftsaussichten
Silber unterscheidet sich von Gold durch seine gute Leitfähigkeit und vielfältige industrielle Nutzung: Solarzellen, Windkraftanlagen und Elektroautos sind nur einige Beispiele, wo Silber unverzichtbar ist. Durch die stetig wachsende Nachfrage in der Industrie und technologische Innovationen steigt die Silbernachfrage weiter an – gleichzeitig wächst die Weltbevölkerung.
Gold hingegen gilt als klassisches Werterhaltungsmittel und wird vor allem im Finanzsektor, als Schmuck und Investment verwendet. Allerdings findet es teilweise auch in der Industrie oder Medizin Einsatz. Es ist selten und hat einen hohen Wert auf kleinem Volumen.
Fazit für Ihre Edelmetall-Anlage: Gold und Silber sinnvoll kombinieren
Beide Metalle haben klare Vorteile. Gold überzeugt durch vergleichbar hohe Stabilität, hohen Wert auf kleinem Raum und eine nahezu vollständige Recyclingquote. Zudem entfallen bei Gold im EU-Raum in der Regel Mehrwertsteuern. Silber bietet als Alternative viel Potenzial durch industrielle Nachfrage und Kurspotenzial aufgrund des aktuellen Preisverhältnisses (Gold-Silber-Ratio), ist aber volumen- und lagerintensiver.
Es empfiehlt sich deshalb eine Mischstrategie aus Gold und Silber – so profitieren Sie von der Wertbeständigkeit des Goldes und den möglichen Wachstumsszenarien des Silbers.